"ICF Test-Übersetzer für PsychologInnen" (O4)

O4 stellt die Erweiterung und Weiterentwicklung eines aus dem Vorprojekt übernommenen "ICF-Practice-Translators" dar. Dieser ist ein Online-Werkzeug zur IT-gestützten Verknüpfung von (anonymen) Kind-bezogenen Beobachtungen mit ICF-Elementen mittels selbstlernender Web-Datenbank.

Der ICF-Practice-Translator wurde für die "Übersetzung" von Beschreibungen entwickelt, um Beobachtungsdaten mit der ICF Metasprache zu verbinden, um vergleichbare Planungs- und Evaluationsprozesse für Kinder mit Entwicklungsschwierigkeiten zu ermöglichen. Die praktische Nutzung hat gezeigt, dass es in diesem Zusammenhang noch offene Fragen gibt: Diese betreffen die "Übersetzung" psychologischer Testergebnisse in  die Metasprache der ICF. Die traditionellerweise mittels psychologischer erhobenen Konstrukte decken sich nur teilweise mit der übergeordneten transdisziplinären Logik der ICF (die für als gemeinsame Fachsprache für alle Fachkräfte in der Diagnostik bzw Förderung von Kindern/Jugendlichen mit Entwicklungsschwierigkeiten im "Team um die Familie" arbeiten.

Viele in der Entwicklungs- und Schulpsychologie eingesetzte Verfahren folgen jedoch anderen Logiken: z.B. der Einteilung in "Entwicklungsdomänen" (Grobmotorik, Feinmotorik, Kognition,...) oder der Messung spezifischer Konstrukte wie z.B. Intelligenz oder Aufmerksamkeit.

Eine Herausforderung für (Schul)psychologInnen kann bei der Verwendung der ICF daher darin bestehen, Testergebnisse anerkannter psychologischer Tests in die ICF-Metasprache übersetzen zu müssen. Die ICF folgt dabei einer Darstellungslogik von 5 Komponenten und dem Fokus auf Gesundheitssorgen). Klassische psychologische Tests unterscheiden dabei häufig nicht, was sie im Sinne der ICF genau messen: betreffen z.B. feinmotorische Leistungen die Partizipation (einen Stift zu führen, was im Verständnis der ICF der Komponente Teilhabe (im speziellen der Mobilität) zuzuordnen wäre oder geht es um die Qualität der Koordination dieses motorischen Prozesses. Das würde wiederum besser zu den neuromuskulären Körperfunktionen passen.

Der ICF-Test-Übersetzer bietet Hinweise, wie einzelne Testbereiche ausgewählter (schul)psychologischer Tests ICF-Komponenten zugeordnet werden können und wie Testergebnisse WHO Beurteilungsmerkmalen zugeordnet werden können

Anhand von ausgewählten (schul)psychologischen Tests werden somit elektronisch zuordenbare Algorithmen vorgeschlagen.

Dies betrifft auch die Zuordnung von WHO Beurteilungsmerkmalen (.0 = kein problem, .1 = leichtes Problem, .2 = mäßiges Problem, .3 = erhebliches Problem, .4 = totales Problem bzw. .8 = nicht spezifiziert oder mehr Information notwendig) zu anerkannten testtheoretischen Werten (IQ, T, z, SN...)

 

 O4 wird voraussichtlich m November 2020 veröffentlicht.

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